Noah2014 – Das Rätsel der Arche Noah

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Nur sechs Menschen an Bord der Arche?

Ein Blick in den dritten Band des Noah-Comics

8.3.2014

Noah-Comic
Das Noah-Comic, Band III

Kontroverse Meinungen um einen Film machen ihn wenigstens bekannt. Beim »Noah«-Film, der ab 3. April in deutschen Kinos läuft, dreht sich alles um die Frage, wie stark er an die biblische Version der Sintflutgeschichte angelehnt sein wird. Nimmt er die Bibel ernst, geht er respektvoll mit den religiösen Aussagen um oder missbraucht er die jedem bekannte Geschichte für eine eigene Ideologie? Oder ist es einfach eine neue künstlerische Auseinandersetzung mit einem alten Thema, wie es sie in Gemälden und Erzählungen schon vielfach gab?

Bibeltreue Christen warnen vor dem Film, andere sehen ihn als guten Anknüpfungspunkt für Gespräche über den Glauben, behaupten gar eine große Ernsthaftigkeit der Künstler mit dem biblischen Epos. Regisseur Darren Aronofsky und Hauptdarsteller Russell Crowe haben gar kürzlich über Twitter den Papst zur Vorführung eingeladen. Nun, am Montag, dem 10. März, also übermorgen, wird in Mexico City die Weltpremiere sein. Dann wird man lesen können, wie es ausgegangen ist. Ich selbst werde mich dann wieder zu Wort melden, wenn ich den Film selbst gesehen habe, also spätestens nach dem 3. April 2014, wenn ich bei der Premiere im Filmzentrum Bären in Böblingen vor dem Film einen kurzen Live-Vortrag über meine Arche-Forschungen halten darf.

Daher nun nur wenige Anmerkungen zum 3. Band des Comics, das wohl weitestgehend der Story des Films entspricht und das gestern mit der Post bei mir angekommen ist.

Schon das Titelbild repräsentiert den Inhalt: Düster und blutrünstig. Noahs Erzfeind Akkad blickt grimmig drein. Im Film wird er wohl »Tubal-Kain« heißen und von Ray Winstone gespielt werden. Seine Krieger wollen die Arche entern, als der Regen beginnt. Die sechsarmigen Riesen, die Noahs Familie unterstützen und als »gefallene Engel« oder »Wächter« bezeichnet werden, verteidigen die Arche und es kommt zum blutigen Gemetzel. Sterbende Wächter erlangen ihre Engelsgestalt zurück und sind »erlöst«.

Gemetzel
Ein blutiges Gemetzel zwischen den Verzweifelten und den sechsarmigen Wächtern (Bildzitat aus dem Comic, © Egmont Comic Collection)

Die Geschichte um Noahs Familie ist dramatisch. Ham bringt eine potenzielle Frau mit zur Arche, die von Noah abgewiesen wird. Auch Jafet, der noch sehr jung ist, hat keine Frau. An Bord sind offensichtlich nur sechs Menschen. Sems Frau Ila (im Film Emma Watson) ist allerdings schwanger und der Bösewicht Akkad ist als blinder Passagier an Bord.

Nur 6?
Ham, Noah, Ila, Sem, Jafet und Naama – nur sechs Menschen bilden Noahs Familie (Bildzitat aus dem Comic, © Egmont Comic Collection)

Auf Noah drückt die Last der Untergegangenen. Auch Hilfesuchende auf einem Berggipfel, die Sohn Sem gerne retten würde, lässt er ertrinken.

Er ringt mit sich selbst und erklärt dann der Familie seine Überzeugung: Seine Familie sei nur dazu da, die Tiere zu retten und würde dann aussterben. »Es wird nie wieder Männer oder Frauen geben. Das Paradies kehrt zurück.«

Mit einem dramatischen Zweikampf auf dem Dach der Arche zwischen Noah und Akkad beendet die Geschichte im dritten Band der Comicreihe.

vs Akkad
Auf dem Dach der Arche kommt es im Sintflutregen zum vorläufigen Showdown zwischen Noah und Akkad. Spoiler: Noah überlebt … (Bildzitat aus dem Comic, © Egmont Comic Collection)

Wenn die Szenen im Film ähnlich umgesetzt sind – und der Trailer deutet bereits darauf hin – wird die Noah-Geschichte hart und blutig umgesetzt sein. Aronofsky betonte bereits, dass es nicht so sein wird, wie man es aus der Kinderbibel kennt. Er äußerte aber auch, dass er sich eng an die Bibel gehalten habe, wie er dies bei jeder literarischen Vorlage tun würde. Dies zeigt sich auch in einem längeren Youtube-Beitrag über den Bau der Film-Arche.

Wie er dann allerdings Ham und Jafet noch ihre Ehefrauen zukommen lässt, die sie ja laut der Bibel haben, bleibt vorerst offen. Ich bin sehr gespannt welche Lösung sich Darren Aronofsky hier hat einfallen lassen.

Timo Roller

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